From: Marvin <marvin@kybs.de>
Date: 2008/4/25
Subject: De ludo tironis (oder so)
To: disc-o-fever Liste <ultimate@lists.uni-wuerzburg.de>


Sers,

noch ein bisschen Mailbelästigung von mir am späten Abend...
Referatsthema heute: "Ultimate-Spiele mit (vielen) Anfängern". Ich
denke, dass ich in einem Spiel mit vielen Anfängern ziemlich anders
spiele als sonst und würde euch gerne davon erzählen, damit ihr euch
überlegen könnt, ob ihr das vielleicht auch so machen wollt. Hier also
ein paar Überlegungen und Argumente:

* In der Verteidigung ein wenig vom Gas gehen. Der Grund: es soll ja
ein Spiel zustande kommen, was bei vielen Anfängern eh schon nicht
immer ganz einfach ist. Da muss ich nicht auch noch handblocks und
defense dives auspacken. Ich marke auch nicht wirklich hart -- ich
stell mich nur so ein bisschen davor und zähle laut (damit die
Anfänger auch daran erinnert werden) -- außer wenn
1) der Pass zum Punkt führen würde oder
2) es "taktisch erzieherisch" ist, d. h. die geschlossene Seite mach
ich schon *richtig* zu.
(Im Angriff geb ich natürlich alles, is klar.)

* Sicher spielen. Wenn die Fortgeschrittenen auch noch Fehler machen,
kommt bestimmt gar kein Spiel mehr zustande. (Selber Grund wie oben.)
Insbesondere bei Pässen auf Anfänger:
1) Tolerant passen. Ist einfacher zu fangen, klar.
2) Gerade Pässe, wenn möglich, da Anfänger sich gerne mal verlesen.
3) Keine hammers. (Behauptung: "Wer einen hammer lesen kann, ist kein
Anfänger mehr".)
Ausnahme: ruhig mal ein langes Teil auf jemanden rausziehen, das
*nicht aus dem Feld raus fliegt* (wichtig!). Das ist wiederum
"taktisch erzieherisch" im Sinne von "wenn Leute lange gehen,
unterstütze ich das". Dann "verklumpt" das Spiel auch nicht so in
einem Radius 10 m um die Scheibe rum.

* Die Regeln zu Gunsten der Offense ein bisschen lockerer nehmen. d.
h. ich lasse mal einen Schrittfehler durchgehen oder bei Aus ohne
Linien weiterspielen. (Selber Grund wie oben.) Ich erklärs dann
meistens nach dem Punkt, wie es richtig gewesen wäre. (Steht auch so
ähnlich in den Regeln: WFDF Rulebook IV 1.8).


Ansonsten habe ich festgestellt, dass sich bei den (taktischen)
Ansagen manches *manchmal* als positiv fürs Spiel erweist. (Ist aber
bestimmt nicht der Wahrheit letzter Schluss):

* Alle lang schicken. Klingt komisch, macht aber nix. Grund: Wenn sie
nicht wissen, wohin auf dem Feld, gehen sie in Richtung Scheibe und
dann bildet sich wieder der "Klumpen" um die Scheibe. Man kann ja dann
noch auf die come back cuts hinweisen. Aufhören zu Laufen tun sie
übers Spiel hinweg von alleine. :-)

* Keine Einteilung -- außer dem, der die Scheibe nach dem Anwurf ins
Spiel bringen soll. Grund: Meistens ergibt sich ohne Einteilung ein
besserer Flow. Und wenn wir alle Fortgeschrittenen in den Aufbau
stellen würden, hätten wir im Sturm keinen, der den Anfängern zeigt,
wie man richtig Angebote läuft.

* Frontal marken (nicht eine Seite auf). Die Anfänger haben schon
genug mitzudenken, wenn sich bei jedem Scheibenverlust die
Spielrichtung ändert. Wenn sie dann auch noch an die offene und
geschlossene Seite denken müssen, sind mache doch überfordert -- so
wie wir damals. :-)


Ansonsten nicht-taktische essentielle Tipps (klar aber wichtig):

* "Sandwich-Catch"
* Nach dem Fangen runter kommen, ruhig bleiben / werden.
* Nicht auf den Mann passen, sondern in den Lauf oder sogar ihn schicken.


Soweit ersma. Weitermachen.

Kommentare? Anmerkungen?

LG
--
Marvin
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