Wir haben das Fieber zurück!


Bei der 1. Indoor Mixed DHM im Ultimate Frisbee - welch umständlicher Name für ein Turnier - haben wir unter 16 Teams den 7. Platz errungen. Ein Ergebnis, das sich zunächst nicht überragend anhört, aber ein wenig über unsere wirkliche Leistung hinweg täuscht. Wir haben zum Teil wirklich gut gespielt und vor allen Dingen im Vergleich zu den irgendwie komischen Turnieren in Darmstadt und Karlsruhe unseren Spirit wiedergefunden.
Angetreten ist dabei ein guter Querschnitt unserer Mannschaft, von alten Herren (Def.: "Alter Herr" = "Spielt länger als der Schreiberling."; Flo, Olli, Kinne) über die zweite Generation (Isa, Livia, 1/2 Kaya, Joscha, Schreiberling) bis zu den "jungen Wilden" (1/2 Kaya, Manu, Chris, Max), die noch schnell und viel lernen.

An Position 6 gesetzt spielten wir zunächst in der Vorrunde gegen Dresden, Potsdam und Saarbrücken. Gegen die Dresdener gab es wie sich im Lauf des Turniers zeigen sollte mal wieder ein denkwürdiges, aber auch symbolisches Spiel. Den Start in alter Tradition komplett verpennt, schnell mit 0-4 hinten, dann aber doch ins Spiel gefunden und zum 6-6 und 7-7 ausgeglichen. Zu viel gewollt, in der Schlussminute in Rückstand geraten, die Möglichkeit zum Ausgleich gehabt. Aber: Nicht abgebrüht genug, die Scheibe verworfen und stattdessen das 7-9 kassiert. Mea Culpa, auch wenn die ersten verpennten Punkte genauso blöd waren.
Gegen Potsdam musste dann schon ein Sieg her, um die Chance zu haben, sich vorzeitig fürs Viertelfinale zu qualifizieren. Den haben wir mit einer abgebrühteren Leistung dann knapp, aber in meiner verschwommenen Erinnerung doch relativ sicher eingefahren. 8-5.
Das letzte und vermeintlich einfachste Vorrundenspiel gegen Saarbrücken wollten wir nicht auf die leichte Schulter nehmen, gleichzeitig aber doch den Damen und Frischlingen möglichst viel Einsatzzeit zugestehen und gleichzeitig endlich mal unsere Zone ausprobieren. Fast wäre das in die Hose gegangen. Die Saarbrücker spielten nach zwei vorangegangenen Niederlagen munter und unbekümmert auf und punkteten dementsprechend fleißig, während bei uns kein richtiger Fluß zustande kommen wollte. Hier haben wir dann meiner Meinung nach den entscheidenden Schalter umgelegt und endlich mal wieder 100% gegeben und den Kampf angenommen, um das Spiel letztlich zu unseren Gunsten (10-8) zu drehen. Endlich wieder Disc-O-Fever!
Da gleichzeitig Potsdam gegen Dresden gewinnen konnte, kam es zum 3er Vergleich, aus dem wir als Sieger hervorgegangen sind. Leider wurde Dresden mit einem (!) Punkt vor Potsdam 2. im Pool, sodass wir eine Niederlage mit in die Zwischenrunde nehmen mussten.
Als Gruppensieger durften wir zuerst gegen die Erdferkel aus Marburg spielen, bevor es zum Duell mit outdoor Vizemeister Göttingen kam. Oh Schreck, oh Graus, sollten wir also tatsächlich die Zwischenrunde ohne Sieg beenden und am späten Abend noch ein Recovery-Match gegen den Sieger eines unteren Pools spielen (d.h. Vorrundengegner Potsdam)? Nö! Gegen Marburg haben wir eines unserer besten Spiele in letzter Zeit hingelegt, uns auch nicht von einem frühen Rückstand beeindrucken lassen, den Spirit und die Spannung hochgehalten, uns gegenseitig unterstützt, Handblocks und Defense Dives geholt, Gegner ausgezählt, keine (kaum) Breaks kassiert, auch mal ein bißchen Glück gehabt, am Ende aber mit Anfeuerung von der Tribüne tatsächlich 7-6 gewonnen. In meinen Augen war das eines der hochklassigsten Spiele auf dem ganzen Turnier. Würden wir jedes Spiel so intensiv und mit soviel Disc-O-Feuer spielen, müssten wir vermutlich über eine Vitrine für unsere Pokale nachdenken. ;) Mehr davon!
Das Feuer brannte jedenfalls die halbe Stunde bis zum Spiel gegen Göttingen weiter, sodass wir die G7 mit einem deutlichen 11-6 vom Parkett fegen konnten. )1 Auch in dem Spiel haben wir so gut verteidigt, dass der Gegner die Scheibe oft freiwillig verwerfen musste und unsere Offense dann flüssig heruntergespielt. Leider hat Göttingen auch gegen Dresden verloren, sodass schon vor dem abschließenden Spiel Dresden-Marburg klar war, dass es für uns maximal zur Punktgleichheit mit Dresden reichen würde. Bei einem Unentschieden im ersten Spiel hätten wir hier die Nase vorn gehabt. Letztlich sind wir aber doch Disc-O-Fever und verschlafen gerne mal das erste Spiel... Konsequenz: Sonntag morgen erstes Spiel um 9:00 gegen outdoor Meister Halle - zu Spielbeginn mussten wir Schlafende aus den Endzonen schieben - statt um 10:30 gegen vermeintlich leichter zu spielende Augsburger.
Leider sind die ersten Playoff-Spiele am Sonntag morgen bekanntlich die wichtigsten. Und leider sind es Sonntag-Morgen-Spiele. Da half das leckere Thai-Essen - Dr. Funk und sein Sohn/Junior scheinen Nationalhelden zu sein - mit 50% Rabatt und Massagegutschein (80 statt 100€...) genauso wenig wie die Taktik, der Party bis zum letzten Ton schlafend beizuwohnen. Wir haben wieder gut gespielt )2 , waren aber letztlich doch nicht ganz so wach wie die Hallenser, haben ihre Zone immer wieder geknackt, dann aber doch den einen oder anderen unnötigen Pass versucht, sodas am Ende eine 5-7 Niederlage stand.
Stuttgart zeigte im Viertelfinale auch eines seiner besseren Spiele, sodass wir es im Halbfinale um Rang 5 wieder mit den Marburgern zu tun bekamen. Dieses Mal fehlte leider der letzte Biss in der Verteidigung und vielleicht auch ein wenig die Kraft nach den anstrengenden Spielen zuvor. Wir konnten die Breaks (Knives und Overheads) nicht mehr so effektiv unterbinden und uns im Angriff nicht mehr den entscheidenden Meter vom Gegner absetzen, sodass wir trotz einer eigentlich guten Leistung unsere deutlichste Niederlage (5-12) hinnehmen mussten.
Zum Abschluss ging es also gegen Freiburg totz toller Steigerung und Gesamtleistung doch nur um Rang 7. Glücklicherweise seid ihr ein begeisterungsfähiges Team, dass sich auch nach langer Mittagspause für das letzte Spiel motivieren lässt. Mit konsequentem Spiel in Angriff und Verteidigung konnten wir schnell eine 6-0 Führung herausspielen und es uns im letzten Spiel doch noch ein wenig erlauben, die Aufstellungsdisziplin schleifen zu lassen. Am Ende stand ein nie gefährdeter 10-7 Sieg, der auch hätte deutlicher ausfallen können.

Mit unserer Leistung dürfen wir sehr zufrieden sein. Fünf zum Teil sehr schön erkämpften Siegen stehen nur Niederlagen im zweiten Spiel gegen Marburg und den späteren Turniersieger Halle (knapp) sowie Vizemeister Dresden (unnötig) gegenüber. Göttingen wurde am Ende Dritter. Das Turnier war insgesamt gesehen stärker besetzt als ich es erwartet hatte und in der oberen Hälfte sehr ausgeglichen. Betrachtet man nur die spielerischen Leistungen, wäre ein Rang unter den ersten 5 durchaus möglich gewesen. Ich würde mir wünschen, dass wir einen Teil des Feuers vom Wochenende ins Training hinübertragen und auch dort von Zeit zu Zeit so intensive Spiele untereinander austragen.

Damit soll es dann aber auch genug der Beweihräucherung sein. Danke an Joscha für die vielen wertvollen Hinweise, Danke an euch alle für die schönen Spiele und die Begeisterungsfähigkeit. Für so ein Team ziehe ich gerne die Sektflasche statt dem Baseballcap!

Nicht zu vergessen: Wir könnten am Montag abend ein Gesangstraining einführen. Nach dem grandiosen Duett mit Co-Nichtskönner Dave (I got you, babe!) könnte ich das übernehmen. ;)
Und: Es gab eine Looping Louie Arena!
Unser Spirit: 10,5. Hatten wir übrigens auch in München.

)1 Video
)2 Sieht auch Halle so: "...und den Hallunken wurde im Viertelfinale um 9 Uhr morgens gegen ein hervorragend aufspielendes Uni-Team aus Würzburg alles abverlangt."

Bilder
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