Bericht DHM 2006 in Aachen

Schon der Freitag verhieß gutes: Die Sonne lächelte vom Himmel, die deutsche Nationalmannschaft vermied gerade noch die Blamage, gegen Costa Rica zu verlieren und ein kleiner Haufen unerschrockener Frisbee-Spieler machte sich auf den langen Weg von Würzburg nach Aachen um der Welt (oder zumindest Deutschland) zu zeigen, wie man in Franken Ultimate spielt.

Nach einer eher schlaflosen Nacht in einer zu heißen und zu lauten Halle, mussten wir uns schon der ersten großen Herausforderung stellen: der Kaffee war nicht rechtzeitig fertig geworden. Es schien, dass die Aachener wirklich bereit waren, alles zu tun, um wieder Hochschulmeister zu werden. Wir ließen uns davon aber nicht abschrecken und gingen unerschrocken in die Vorrunde. Dank souveräner Zonenverteidigung wurden wir trotz gelegentlicher Fangfehler klar der Sieger unseres Viererpools und ließen keine der anderen Mannschaften mehr als drei Punkte machen (auch nicht Bremen, die später den achten Platz holten). Die Stimmung im Team war riesig, der Flow meist schön und es gab überragende Einzelleistungen - und zwar von jedem einzelnen Spieler im Team. Und auch abseits des Spielfelds war die Stimmung großartig. Dafür sorgte unter anderem der Spielemann Gerald, der uns und die gegnerischen Mannschaften mit Spielen wie "Parachute, Princess, Cowboy and a Spoon" oder "Bär, Cowboy und Ninja" unterhielt. Leider mussten wir auch auf diesem Turnier die Spieletradition fast wieder alleine aufrechterhalten, aber dafür sind wir ja da!

So motiviert begaben wir uns voller Elan in die Zwischenrunde, wo wir auf Münster und Köln trafen. Münster konnten wir in einem harten, spannenden und trotzdem äußerst fairen Spiel besiegen. Zunächst sah es gar nicht so gut aus und wir lagen schnell 0:3 hinten. Dann allerdings griff unsere Verteidigung und wir machten 8 (stimmt das?) Punkte in Folge, was uns dann auch zum Sieg verhalf (11:6). Leider klappte das gegen Köln nicht ganz so gut. Wir kämpften zwar wacker, aber die Kölner waren uns besonders läuferisch einfach überlegen, warum es letztlich nur zu einer 7:13 Niederlage reichte (Immerhin mehr Punkte gegen Köln gemacht, als alle anderen Teams mit Ausnahme von Aachen?!). Es mag dabei auch noch eine Rolle gespielt haben, dass unsere kanadische Geheimwaffe Adam sich im Spiel gegen Münster bei einem Dive das Knie verletzt hatte und deswegen schon vor dem Spiel gegen Köln duschen gegangen war. Wer weiß, wie das sonst noch ausgegangen wäre... Da aber vorher noch niemand mehr als 2 Punkte gegen Köln gemacht hatte, werteten wir auch dieses Spiel als Erfolg und dass wir nur zweiter im Pool geworden waren hieß zwar, dass wir ein Spiel mehr spielen mussten, aber der Weg ins Finale war immer noch möglich. So gingen wir also äußerst zufrieden mit uns und der Welt aus dem ersten Spieltag.

Abends machten wir uns dann auf den Weg in die Stadt, um die verbrannten Kalorien wieder nachzufüllen. Kerstin hatte für uns eine All-you-can-eat-Pizza-Tex-Mex-Nudel-Bar rausgesucht, wo man immer wieder ein neues Gericht bestellen konnte, wenn man das alte aufgegessen hatte. Diese war auch sehr lecker, nur leider bekamen sie die Bestellungen irgendwie nicht so richtig auf die Reihe, weswegen einige von uns tagelang (so kam es einem zumindest vor) auf ihr Essen warten mussten. Aber davon lassen sich Disc-o-Fevers natürlich nicht abschrecken und wir schafften es trotzdem alle, uns gut die Bäuche vollzuschlagen.

Die Hälfte des Teams war danach so müde, dass sie direkt ins Bett kroch (immerhin mussten wir am nächsten Morgen schon wieder um 7 Uhr aufstehen), aber die andere Hälfte rettete die Ehre des Teams und ging zumindest noch für zwei Stündchen auf die Party. Nach den Berichten zu urteilen (ich war selbst einer der Verweigerer) muss diese sehr nett gewesen sein und es gab sogar eine Strandbar im Hinterhof.

Mehr oder weniger gut ausgeschlafen machten wir uns am nächsten Morgen bereit für das Spiel, das über den Einmarsch ins Viertelfinale entscheiden sollte. Unser Gegner war Rostock, die zwar nicht mit ihrem ersten Team angereist waren, aber dennoch ein sehr gefährlicher Gegner waren. Zunächst sah es wieder gar nicht gut aus und wir lagen schnell wieder 0:3 hinten. Es drohte schon, wieder ein typisches Sonntagmorgenspiel zu werden. Doch dann rissen wir uns nochmal am Riemen und das Ruder herum (tolles Wortspiel, oder?). Nach einem Run von unserer Seite ging es hin und her, wobei wir immer einen knappen Vorsprung halten konnten und damit am Ende das Spiel auch für uns entscheiden konnten. Wir standen also im Viertelfinale.

Jetzt war die spannende Frage, wer denn unser Gegner im Viertelfinale sein würde. Wie sich herausstellte war es Dresden, was uns sehr entgegenkam, da wir zwar wussten, dass sie mit einem sehr starken Team da waren, wir uns aber trotzdem sicherer gegen sie fühlten, als gegen Augsburg, Aachen oder Köln. Wir waren hochmotiviert und guter Laune und so konnten wir dieses Spiel relativ klar für uns entscheiden. Am Ende fühlten wir uns sogar sicher genug, Adam testweise als Handler aufs Feld zu stellen. Wie sich herausstellte waren die Bedenken jedoch völlig unberechtigt und er rannte so schnell und sprang so hoch wie immer. Einen Kanadier kriegt man halt doch nicht so schnell kaputt.

Wir konnten es kaum fassen: Wir waren tatsächlich im Halbfinale und hatten damit das überragende Ergebnis von vor zwei Jahren bereits getoppt. Im Halbfinale wartete mit Aachen zwar ein Angstgegner, aber wir hatten nichts zu verlieren und gingen mit dem festen Entschluss in das Spiel, den Spirit und unsere gute Laune hochzuhalten und den Aachenern zumindest ein hartes Gefecht zu liefern. Und das schafften wir auch. Zwar mussten wir uns letztenendes mit 9:13 geschlagen geben, aber das Spiel war eines Halbfinales mehr als würdig. Immerhin machte kein anderes Team mehr Punkte gegen Aachen als wir (selbst das Finale ging 8:15 aus). Und Szenen wie ein Zweierduell zwischen dem Hans, dem Star der Aachener Mannschaft und Marcus aus dem Marcus als Sieger hervorging oder der Umstand, dass Marion uns wissen ließ, dass sie ein Kind von uns will machten dieses Spiel mehr als unvergesslich.

Offensichtlich hatten wir uns damit auch bei Augsburg, gegen die wir ca. eine halbe Stunde später das kleine Finale spielen mussten, einigen Respekt verschafft. Sie waren nur zu neunt angereist und nachdem sie unsere Energie im Spiel gegen Aachen gesehen hatten, dachten sie, wir würden sie einfach totrennen. Leider kam alles ganz anders: Wir waren völlig ausgepowert vom Halbfinale, der Sonne und unseren drei Spielen an diesem Tag, während Augsburg eine längere Pause und nur zwei Spiele hinter sich hatte. So waren sie es, die uns fortrannten, auch wenn es auch auf ihrer Seite viele Fehler gab. Unsere Zone stand nicht mehr richtig, wir waren desorientiert und unsere Pässe kamen nicht mehr an. So lieferten wir das einzige wirklich enttäuschende Spiel auf diesem Turnier und mussten uns mit einem 13:5 geschlagen geben. Allerdings schlugen wir die Augsburger dann noch in einer Kleiderkette, auch wenn sie dort wohl auch die moralischen Sieger waren, da sie 3 Spieler weniger hatten und im Gegensatz zu uns teilweise alle Hüllen fallen ließen. Prost, Augsburg!

Uns blieb also ein wohlverdienter 4. Platz (verloren hatten wir nur gegen die Plätze 1 bis 3) auf den wir unglaublich stolz sind und das etwas frustrierende Wissen, dass wir mit ein bisschen mehr Ausdauer den 3. Platz erreichen hätten können. Aber man soll ja auch den kommenden Generationen noch Aufgaben überlassen und so ist der Weg aufs Treppchen für Disc-o-Fever nur aufgeschoben und nicht aufgehoben. Vielen Dank an das großartige Team. Ich hatte noch auf keinem Turnier so viel Spaß und gleichzeitig so viel Erfolg wie auf diesem. Jeder einzelne hat hart gekämpft und sein Bestes gegeben und es ist einfach wahnsinn, was wir erreicht haben! ICH LIEBE EUCH ALLE!

Tobias (der Text kann gerne auch editiert und ergänzt werden)



Fotos unter http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/psych_gerald/my_photos



Ergebnisse:


Vorrunden Pool: => 1. im Pool

Obere Hauptrunde: => 2. der oberen Hauptrunde

Zwischenrunde Sonntag:
Viertelfinale:
Halbfinale: (Mehr Punkte gegen Aachen gemacht, als alle anderen Teams am ganzen WE.)

Spiel um den 3. Platz:
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