DHM 2010, Freiburg


Fotos:

Meu
Manu
Joscha

Bericht:

ADH
Hochschulsport

Joscha schrieb...
Am Freitagabend machten sich 9 Discos (Meu, Flo, Manu, Ape, Olli, Kaya, Livia, Stefan, Joscha) mit 2 Autos auf den Weg nach Freiburg. Dabei wurde ein „Müllabfuhrfahrzeug“, was nach Insiderinformationen zum Technomobil umfunktioniert wurde, und der rote Unibus ins Rennen geschickt.
Jan und SR reisten jeweils separat an und Anne sollte am Samstagmittag zu uns stoßen, um dann erstmal gute drei Stunden auf das nächste Spiel zu warten. Aber der Reihe nach…
Wohl gestärkt und bei Kaiserwetter starteten wir gegen Koblenz-Landau ins Turnier.
Das Spiel konnte mit 13:0 sehr deutlich gestaltet werden. Koblenz-Landau schaffte es dabei kein einziges Mal einen Pass Richtung Endzone zu werfen, also eigentlich kein Spiel, das man sich als Ultimatespieler wünscht.
Nach kurzer Pause spielten wir gegen Ulm, die wir ebenfalls mit 13:0 besiegen konnten. Die Ulmer waren dabei aber nicht so unterlegen wie es das Ergebnis vermuten lässt. Sie konnten uns immer wieder mit Breakpässen ärgern und schafften es allein ganze dreimal einen Overhead mit dem Fuß auf der Linie zu fangen.
Da der dritte Gruppengegner Potsdam auch die ersten Spiele gewonnen hatte, ging es im letzten Poolspiel um den Gruppensieg und somit um das vermeintlich einfachere Achtelfinale.
Die Partie gegen Potsdam war das erwartet harte und laufintensivste Spiel bis dato.
Wir starteten gleich gut ins Match, aber Potsdam konnte immer wieder kontern und bis zum 6:5 für uns waren wir zwar ständig in Führung, konnten uns aber nie richtig absetzen. Am Ende versuchte Potsdam etwas überhastet mit Hucks die Entscheidung zu erzwingen und scheiterte. Das Spiel konnte mit 9:5 gewonnen werden.
Durch den Gruppensieg konnten wir den Recovery Games ausweichen und hatten erstmal eine 4 stündige (gefühlte 6 Std.) Pause, bevor es dann am Abend im Achtelfinale gegen Münster weiter ging.
Münster startete, wie schon durch professionelle Teamscouts zuvor beobachtet, mit einer Zone-Defense, bei der auch der Swingpass zugemacht wurde. Obwohl wir schon darauf eingestellt waren, taten wir uns in den ersten Punkten relativ schwer und mussten so einige Turns hinnehmen. Da wir ebenso eine gute Defense spielen können, wurden die gewonnenen Scheiben von Münster aber nicht in Punkte umgemünzt.
Nachdem wir die Lücke in der Mitte der Zone ausfindig gemacht hatten, konnten die Probleme durch kurze Pässe, Doppelpässe und Give-and-goes abgestellt werden und die Zone wurde auseinander gepflückt. Der Widerstand der Münsteraner war nun gebrochen. Sie stellten auf Mannverteidigung um und wir siegten mit 13:1.

Der erste Spieltag war nun doch erfolgreich überstanden und bevor wir in die Freiburger Innenstadt aufbrachen, erfuhren wir von unserem „späten“ Start am nächsten Morgen um 9:55 gegen Göttingen. ;)
GÖTTINGEN…, die Mannschaft die mit 17 Männern (ohne Frau) angereist war, die von allen als Topfavorit gehandelt wurde und die auch amtierender Deutscher Hochschulmeister waren. (Waren! Jetzt nicht mehr …schalalala lalalala)
Dabei hätte uns der Fakt, dass es 17 Spieler waren nicht beunruhigt, denn Quantität ist ja bekanntlich nicht gleich Qualität, aber es waren doch einige bekannte Gesichter zu sehen und die Mannschaft war hochklassig besetzt.

So fuhren wir mit einem etwas mulmigen Gefühl nach einer Runde Stuby Guts, aber natürlich von der Außenlinie, Richtung Innenstadt.
Nach kurzen Diskussionen wurde sich für ein Indisches Restaurant entschieden, hier wurden die Tische aus dem Restaurant kurzentschlossen in eine Art Einkaufspassage getragen und es konnte lecker schmecker gespeist werden. Und nebendran etwas Fußball im benachbarten Kino.
Danach das obligatorische Eis (unter anderem Biereis) und dann ging es wieder Richtung Sportgelände. Anne lernte dabei die Freiburger „Bächle“ etwas genauer kennen, ihr Eis auch. 
Angekommen noch ein Feierabendbier auf der (spanischen) Treppe und ab ins Bett.
Auf der Party hat uns glücklicherweise nicht viel gehalten, da wir alle zu kaputt waren und es ja schließlich ein Viertelfinale zu gewinnen galt.

Topmotiviert starteten wir Richtung Spielfeld, was leider etwas abgelegen war und mussten mit ansehen wie die Göttinger schon ein 7 gegen 7 Trainingsspiel auf dem Spielfeld vollführten.
Wir ließen uns nicht beeindrucken, zogen unsere gewohnten Übungen durch und dann war auch schon Spielbeginn.
In den ersten Minuten konnten wir Göttingen meiner Meinung nach überraschen, so stark und motiviert hatten sie uns nicht eingeschätzt. Wir gingen 2:0 und 4:2 in Führung. Wir konnten die Führung zwar nicht weiter ausbauen, aber vorerst kamen die Göttinger maximal auf ein unentschieden an die Discos ran.
Unsere bewährte Taktik mit „Offen davor sein“ funktionierte, aber die Göttinger schafften es immer wieder durch Gassis und Hucks uns Punkte einzuschenken. Und so kippte das Spiel doch noch und Göttingen konnte bei 9:8 die erste Führung verzeichnen. Spielzeit aus – Cap 1 – Spiel auf 10 – schöne Scheiße!!!
Die Offense brachten wir durch und hatten nun den Anwurf beim 9:9. Nach einem zu stark gepushten Pass, der sein Ziel überflog, rasselten zwei Göttinger zusammen und verloren die Scheibe unglücklich. Meu war zwar noch involviert, ein Foul konnte ihm aber nicht angedichtet werden und das wurde dann auch von den Göttingern eingesehen.
Die Offense konnte durch geschicktes Reinschummeln von Ape durchgebracht werden. Er wollte es seiner Heimat einfach mal richtig zeigen…
Das Spiel war gewonnen und die Freude groß. Unser sicherlich bestes Spiel des Turniers.

Es folgte das Halbfinale gegen Dresden. Dresden kam mit der harten Defense gar nicht zurecht, sie fanden kein Mittel und schmissen die Scheiben reihenweise weg.
Wir gingen schnell mit 4:0 in Führung. Zwischenzeitlich wurde das Spiel etwas hektisch und der Spirit litt teilweise leider etwas darunter. Das Spiel konnte letztendlich mit 11:6 und zu keinem Zeitpunkt wirklich gefährdet gewonnen werden.

Oleeeee Finale!!! Die Nadel war uns sicher, nur die Farbe war noch nicht geklärt.
Die Freiburger waren ein stark besetztes Team, aber es war ein Spiel auf Augenhöhe. Es wurde auf 13 gespielt, vorerst ohne Zeitlimit.
Das Spiel sollte sich zu einer Defenseschlacht entwickeln. Beide Teams schafften es, enormen Druck auf den Gegner aufzubauen. So dauerten die Punkte sehr lange und verhältnismäßig viele Turns waren auf beiden Seiten zu beklagen.
Es war aber kein unansehnliches Frisbeetennis, sondern attraktives Ultimate für die Zuschauer, bei dem es jede Menge Defensedives, Luftduelle und sonstige Highlights zu sehen waren.
Die Halbzeit des Finales gewannen wir mit 7:2. (Ich weiß bis jetzt noch nicht wie, denn ich hatte den Score nicht im Blick und es fühlte sich lange nicht so deutlich an.)
In der Halbzeit wurde von Ralf Simon die Ansage gemacht, dass das Spiel, sollte nach 70 Minuten kein Team 13 Punkte erreichen, mit einem Cap 2 vorzeitig beendet wird.
(Der eigentliche Grund für das Zeitlimit, war meiner Meinung nach, dass Ralf Simon und viele andere das Fußballspiel am Abend nicht verpassen wollten. ;) )
Die langen und kraftraubenden Punkte sorgten letztendlich auch dafür, dass diese Regel greifen sollte. Beide Teams gingen auf dem Zahnfleisch und es schlichen sich zunehmend Konzentrationsfehler ein. Die Freiburger waren wohl einen Tick weniger schlaff und witterten eine zweite Chance. Als die Zeit aus war, stand es (10:8). Spiel auf zwölf…
Die Nerven lagen blank (bei mir zumindest) und die Erschöpfung sorgte für den Rest.
Ich weiß gar nicht mehr wie der 11 Punkt gemacht wurde (das Gehirn hatte zu diesem Zeitpunkt auch schon abgeschaltet). Aber Schluss endlich holte Meu sich die Defense, startete dann Richtung Endzone, um den finalen Punkt zu holen.
Pure Freude – Geschrei – Wir hatten es geschafft… Titel!

DEUTSCHER HOCHSCHULMEISTER 2010

Fazit: „Offen davor sein“ und viel Clamb und Switches haben die Spiele entschieden.
Wir wurden im Kreis immer wieder dafür gelobt, was für einen Druck wir in der Defense aufbauen können…Danke Marvin!

Ein großes Lob auch an unsere Frauen, die sich oft genug mit den Männern der gegnerischen Mannschaft abplagen mussten.
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