Die erste Liebe war erfolgreich


Ein tolles Turnier liegt hinter uns und ganz dezent wurde ich von Joscha darauf hingewiesen, dass jemand einen Bericht schreiben müsste und dass ich das doch mal machen sollte.

Samstag früh am Bahnhof ging alles recht schnell. Erst waren nur vier Anfänger (Moritz, Max, Oli und Daniel) und wir hatten schon befürchtet, dass die anderen beiden (Tobi und Basti) verschlafen hätten, aber 5 Minuten vor Abfahrt des Zuges kamen sie dann doch noch. Prompt wurden sie dann zusammen mit Moritz in Nevilles Auto gepackt und der Rest von uns machte sich mit dem Wochenendticket auf den Weg. Unsere Fahrt verlief relativ ereignislos (wenn man mal von dem Polizeieinsatz in Aschaffenburg absieht) und über die Autofahrt muss jemand anderes berichten. Wir kamen jedenfalls gut und von Betrunkenen unbelästigt in Frankfurt an. Dort ließ man uns auch gar nicht viel Zeit und Kolja verlegte unser erstes Spiel aus Teammangel prompt um eine halbe Stunde nach vorne und änderte unseren Gegner von Erlangen auf Karlsruhe. Dadurch musste auch die geplante Taktikbesprechung auf ein Minimum beschränkt werden. Vielleicht war das auch ein Segen, denn wir gewannen das Spiel souverän (11:2?). Hier muss man allerdings auch sagen, dass die Karlsruher mit einem blutjungen Team da waren, bei dem selbst die Fortgeschrittenen erst ein gutes Jahr spielten und sie echt Respekt dafür verdienen, dass sie bis zum Ende nicht aufgegeben haben. Es war schön, mal wieder frischen Wind in Karlsruhe wehen zu sehen. Aber damit soll die Leistung unserer Anfänger nicht geschmälert werden, die vor allem in der Defense echt heiß und immer voll bei der Sache waren. Es war echt Feuer in unserem Spiel und jeder drängte auf die Line.

Danach stand der erste Nach-dem-Spiel-Kreis für unsere Anfänger an. Und auch die Karlsruher Anfänger waren daran offensichtlich noch nicht gewöhnt. Während das Besprechen und das Spiel noch sehr gut abliefen, stellte es sich als fast unlösbares Problem raus, einen Kreis zum Abklatschen zu bilden. Aber nach einigem hin und her war auch das geschafft und wir hatten etwas Zeit, uns in unserem Sieg zu sonnen.

Nach dem Spiel holten wir ein bisschen Taktik nach und erklärten, was wir uns so unter Defense und Stack vorstellten, was dann im Laufe des Tages auch immer besser umgesetzt wurde.

Gar nicht viel später stand dann das Spiel gegen Ooups aus Saarbrücken an und Neville kam mit der Nachricht an, dass die gegen Erlangen eine Zonenverteidigung gespielt hatten. Schnell organisierten wir also eine Kurzeinweisung in die Offense gegen eine Zone. Dank des taktisch klugen Verlierens beim Flip und der Seitenwahl von Joscha spielten wir allerdings unsere Offense fast immer mit dem Wind, weshalb die Zone nicht zum Einsatz kam (obwohl wir dagegen natürlich auch souverän gespielt hätten!). So ergab sich ein echt spannendes und hart umkämpftes Spiel, das lange hin und her ging, bis wir es mit einem 6:5 für uns entscheiden konnten (vor allem dank der Regel, dass der letzte Punkt nicht ausgespielt wurde, sonst hätte das leicht noch ein Unentschieden werden können, da das Spiel gerade bei unserem Anwurf abgepfiffen wurde).

Genau diese Regel sollte uns aber beim Spiel gegen die Fleischpeitschen (Die, auch wenn man das zuerst denken mag, nicht von einem Würzburger Spieler gegründet wurden!) aus Frankfurt dafür die erste Niederlage einbringen. Unsere anfängliche Führung hatten die Frankfurter nämlich dank des omnipräsenten Axel und der soliden Teamleistung bald aufgeholt und irgendwann gingen sie dann sogar 6:5 in Führung. Als wir dann gerade vor der Endzone standen und nur noch ein Wurf uns vom Unentschieden trennte, ertönte die verfluchte Pfeife. Trotzdem hatten wir im Spiel unseren Spaß und es war wieder ein extrem ausgeglichenes Duell.

Danach war Mittagspause angesagt. Doch kaum hatten wir es uns mit unserem Essen bequem gemacht, kam Joscha an und meinte, wir spielen in fünf Minuten schon wieder (wurde sehr kurzfristig so gelegt). Ohne uns wirklich warm machen zu können, gingen wir also aufs Spielfeld und flippten mit den kleinen dicken hässlichen Erdferkeln aus Marburg, die unsere nächsten Gegner sein sollten. Als wir dann allerdings unseren Cheer hinter uns hatten grade anwerfen wollten, standen da plötzlich andere Gegner gegenüber. Sehr verwirrend alles. Der Spielplan hatte sich noch kurzfristiger nochmals geändert, sodass wir jetzt gegen eine Hobbymannschaft spielen sollten, die normalerweise in irgendeinem Park in Darmstadt ihr sportliches Dasein fristet (den Namen habe ich leider wieder vergessen). Diese Mannschaft spielte recht unkonventionell, aber mit sehr viel Power und sie waren offensichtlich sehr gut eingespielt. Ich weiß nicht, wieviele davon wirklich als "Anfänger" durchgegangen wären, aber sie hatten definitiv größtenteils noch keine Turniererfahrung. Teilweise hauten sie auch mal Trickwürfe raus, die aber dummerweise trotzdem meistens noch gefangen wurden. Und einige ihrer Spieler hatten einfach tolle Würfe drauf und Mitspieler, die diese auch errannten. Langer Rede, kurzer Sinn, wir ließen uns überrennen, reagierten auf den Druck mit Hektik und kamen nicht wirklich ins Spiel. So mussten wir uns mit einem 3:11 geschlagen geben. Ich weiß nicht, ob wir auch gewinnen hätten können, aber wir haben das auf jedenfalls zu einfach hergegeben.

Umso entschlossener waren wir, das letzte Spiel nochmal alles zu geben. Jetzt sollten wir wirklich gegen Marburg antreten. Leider hatten sich zwei Anfänger schon verletzt (einer davon spielte aber zumindest noch den Anfang mit) weshalb das Spiel an die Grenzen unserer Kräfte und anfangs schienen die Marburger überlegen zu sein. Trotzdem hielten wir mit und ließen sie nicht dauerhaft in Führung gehen. Zu unserem Glück war auch bei den Marburgern irgendwann die Luft raus und wir konnten nochmal unsere Reserven mobilisieren und konnten das Spiel so am Ende deutlich für uns entscheiden (10:6).

Am Ende bedeutete das für uns einen großartigen dritten Platz (nur die Parkboys aus Darmstadt und die Fleischpeitschen aus Frankfurt waren vor uns, also die, gegen die wir auch verloren hatten) und wir konnten hochzufrieden unter die Dusche gehen. Sogar einen ersten Platz konnten wir noch mitnehmen, dank Nevilles leckerem Obstsalat, der den ersten Platz bei der Süßspeisenwertung einsackte.

Auf der Rückfahrt packten wir diesmal Max, Oli und Daniel in Nevilles Auto und Tobi, Basti und Moritz kamen in der Bahn mit. Am Hauptbahnhof in Frankfurt deckten wir uns mit Vitaminen (Tobi) und Alkohol (der Rest) ein und machten es uns am Gleis gemütlich, wo wir noch ca. 45 Minuten auf unseren Zug zu warten hatten. Kurz bevor er abfahren hätte sollen, verschwand plötzlich die Anzeige "Würzburg" und es erschien stattdessen "Bitte nicht einsteigen, Zug endet hier" und ein anderer Zug fuhr ein. Vom anderen Gleis hörten wir in dem Moment "Zug nach Würzburg fährt jetzt ab". Da wussten wir, dass die Bahn es heute nicht gut mit uns meinte. Keiner von uns hatte eine Ansage oder ähnliches mitbekommen aber trotzdem war das Gleis geändert worden. Die Bahn lehnte natürlich unsere Bitte ab, uns mit dem ICE mitfahren zu lassen, weshalb wir noch eine weitere Stunde ausharren mussten. So kamen wir hundemüde, aber trotzdem zufrieden um halb elf in Würzburg an.

Vielen dank nochmal an Joscha, dass Du Dich so kurzfristig noch entschieden hast, mitzukommen (ohne Dich hätte das ganz anders ausgesehen) und vor allem an Max, Oli, Daniel, Tobi, Basti und Moritz - es hat unglaublich Spaß gemacht, mit euch zu spielen und ich hoffe, ihr habt euch ein bisschen von der Begeisterung für den Sport anstecken lassen und auch was dazu gelernt.

Tobi

P.S: Falls das irgendein Frankfurter liest: Danke nochmal für das tolle Turnier. Es hat echt viel Spaß gemacht und es ist toll, dass ihr dieses Turnier veranstaltet!
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